Sommer/Herbst 2009     GK Kunst m. Frau Wolle

Der Wettbewerbsbericht



Unser besonderer Dank geht an die Duisburger Grillo-Werke, die uns die notwendigen Zinkplatten zur Verfügung gestellt haben, insbesondere an Herrn Schulik.

Museumsbesuch
Am 25. 3. 2009 haben wir einen ganzen Tag mit der Museumspädagogin Sabine Falkenbach im Museum Küppersmühle für moderne Kunst verbracht.

In dem Museum war zu diesem Zeitpunkt neben den Werken der Sammlung Ströher eine Sonderausstellung des irischen Künstlers Sean Scully zu sehen. Frau Falkenbach führte uns durch das ganze Museum, hat viel erklärt und wir konnten uns in Ruhe die Bilder ansehen und viele Fragen stellen. Zudem hat die Museumspädagogin verschiedene Anregungen für die sich anschließende Phase der Ideenfindung gegeben.
An den Museumstag schloss sich nun die nächste Phase des Projekts an, in der wir ein Konzept entwickeln und in eine gestalterische Arbeit umsetzen sollten. Die Vorgaben waren folgende:
Wir hatten acht Wochen Zeit für die Erstellung des Werkes.
Für die Präsentation der Arbeit wurden uns insgesamt 15 qm Wand- oder Bodenfläche im Museum Küppersmühle zur Verfügung gestellt.
Alle 24 Schüler sollten am Werk beteiligt sein.
Die Arbeit sollte „aus einem Guss“ sein.

Materialien und Techniken waren dabei offen, der Ausgangspunkt für die gestalterische Arbeit konnten die Kunstwerke selbst sein, aber auch übergeordnete Themen wie z. B. „Beziehungen“ oder „Kommunikation“, die Museumsarchitektur oder Zitate der Künstler, die sich im Museum befinden. 

Konzept
An dem Kunstprojekt beteiligt sich unser Kurs mit einer seriellen Arbeit bestehend aus 150 kleinformatigen Bildern in der Größe 15 x 20 cm. Wir nehmen in unserer Arbeit Bezug auf die Architektur des Museums Küppersmühle. Es handelt sich um eine malerische Arbeit, bei der das Finden von Formen aus der Beobachtung und das Auflösen in Farbflächen im Vordergrund stehen. 

Wir orientierten uns bei der Motivwahl an der Architektur der Innenräume, des Treppenhauses und der Fassade des Museums Küppersmühle und bezogen auch die Architektur der umliegenden Gebäude mit ein. Ein wichtiger Punkt war das Treppenhaus, das von uns als ungewöhnlich und sehr formschön angesehen wurde. Dabei sind wir von der Beobachtung ausgegangen, d. h. von Skizzen, die vor Ort entstanden. Zudem haben wir fotografiert und teilweise auch nach diesen Fotos Zeichnungen erstellt. Wir abstrahierten, indem wir Ausschnitte suchten und diese vereinfachten und verfremdeten. Die wurden anschließend in sehr reduzierte, flächige malerische Arbeiten umgesetzt. 

Wir haben uns für ein einheitliches Format in der Größe 15 x 20 cm entschieden. Damit die Einzelwerke im Gesamtwerk stimmig zu einer Arbeit zusammengefügt werden können, einigten einigten wir uns auf ein reduziertes Farbspektrum. Verschiedene inhaltlich gefüllte Vorschläge wurden diskutiert und schließlich wurde die Farbpalette auf die Farben Grau und Grün reduziert. Wir hatten, inspiriert von den Bildern Sean Scullys, die Idee, auf silbrigglänzenden Metallplatten zu malen und das Metall zum Teil frei zu lassen und so eine Ergänzung zur Farbe Grau zu haben, die sich je nach Lichteinfall verändert und dadurch Beweglichkeit in das Gesamtwerk bringt. Wichtig war uns vor allem, dass das Metall einen kühlen, grau-silbrigen Glanz hat, damit es gut zu Grau passt und nicht zu dem Materialkontrast noch einen Farbtonkontrast bildet. Zudem ergibt sich durch die Metallflächen eine – wenn auch sehr unscharfe – Spiegelung der abgebildeten Umgebung, d. h. der Räume des Museums Küppersmühle. Um Lebendigkeit in das Gesamtwerk zu bringen, sollte die Farbe Grün bezüglich des Tons von Gelbgrün bis Blaugrün variieren und die Farbe Grau in verschiedenen Helligkeitsstufen auftauchen. 

Bei den von uns verwendeten Metallplatten handelt es sich um Zinkplatten, die mit Schmirgelpapier angeraut und dann bemalt wurden. Die durch die Bearbeitung leicht zerkratzte Oberfläche der Zinkplatten hat uns stärker angesprochen als die unbearbeiteten Platten, die zu stark an Spiegel erinnern.
Die Farbe Grau steht für Architektur, das Kühle, Statik, Unbeweglichkeit, die Farbe Grün für Natur, Lebendigkeit, Bewegung, Dynamik, Organik. Beide Farben repräsentieren durch ihre Symbolik den Duisburger Innenhafen und lassen sich vielfach am Museum Küppersmühle sowie in der Umgebung wieder finden. Metall als Bildträger stellt ebenfalls einen Bezug zur Region her, es steht symbolisch für die Stahlindustrie und ist vielfach zu finden in der Architektur des Museums und des Innenhafens.

Unser Ausgangspunkt war die Museumsarchitektur, die den Anlass für eine zeichnerische und malerische Auseinandersetzung mit Formen und Kompositionen bietet. Es gibt jedoch auch verschiedene Bezüge zu den im Museum ausgestellten Kunstwerken. Beispielsweise haben wir einige Verbindungen zu den Werken Sean Scullys, indem wir eine sehr flächige Malerei wählten und die Zeichnungen durch Reduktion stark abstrahierten. Auch die statischen Formen und die strenge Geometrie Scullys lassen sich häufig in Architektur finden und gehen in unsere Bilder ein. Zudem war die Malerei auf Kupfer, d. h. auf Metall, bei Scully zu sehen. Bei der Farbwahl weisen unsere Arbeiten Ähnlichkeiten zu einigen der Bilder im Museum auf, z. B. zu einer Serie von Sean Scully, bei der ausschließlich Grautöne verwendet wurden, oder  zu einem großformatigen Gemälde von A. R. Penck, das neben Grau und Schwarz die sehr intensive Farbe Rot enthält. 


Achtung!

Präsentation und Ausstellung aller 20 am Wettbewerb beteiligten Schulen ab 25. Januar 2010 im Museum Küppersmühle am Innenhafen in Duisburg!
- Eröffnung der Ausstellung um 19 Uhr -



Bildnachweis

Die abgebildeten Fotos vom Museum Küppersmühle wurden beim Museumsbesuch am 25. März 2009 sowie bei weiteren Treffen am Museum aufgenommen.
http://www.grillo-werke.deshapeimage_3_link_0

Vorskizzen

Gestaltete Platten